Zeitzeugenbesuch auf dem Jakobsberg

17. MAI 2017 Aktuelles

„Der Luftangriff am 1.9.1939 zerstörte unser Haus, aus dem ich mit schweren Verbrennungen gerettet wurde.

Während der Pazifizierung der Region Zamość im Juli 1943 gab es Massenverhaftungen, bei der meine Mutter, meine Schwester, mein Bruder und ich verhaftet wurden. Mein Vater wirkte zu dieser Zeit als Partisan in den Wäldern. - Alle haben wir den Krieg überlebt. Wir kamen nach Józefów in ein Übergangslager, dann in das Gefängnis von Lublin, anschließend von September 1943 bis Juli 1944 in das KZ Majdanek. In Majdanek wurde ich von Mutter und Schwester getrennt. Ich erlitt zum zweiten Mal Verbrennungen an den Beinen, und bekam Fleckfieber (Typhus). Darüber hinaus war ich häufigen aggressiven Schlägen ausgesetzt. Im Lager mussten wir die Baracke reinigen, das Lagergeländer säubern sowie im Garten arbeiten. Am 23. Juli 1943 wurde Majdanek von der Roten Armee befreit. Anschließend kehrte ich von Lublin nach Józefów mit dem Zug zurück.“

In dieser und ähnlicher Weise haben fünf Zeitzeugen Schülerinnen und Schülern der Geschichtskurse der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums Nieder-Olm von ihren Erlebnissen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs berichtet. Die persönliche Begegnung mit Menschen und deren Schicksalen war eine eindrückliche Erfahrung. Möglich gemacht wurde der Besuch auf dem Jakobsberg am 12. Mai 2017 vom Referat für Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden im Bischöflichen Ordinariat Mainz in enger Kooperation mit dem Maximilian-Kolbe-Werk in Freiburg, das seit vielen Jahren Überlebende der Konzentrationslager und Ghettos auf vielfältige Weise unterstützt. Die Frauen und Männer, die sich die Weitergabe ihrer Erlebnisse an jüngere Generationen zur Aufgabe gemacht haben, waren in verschiedenen Konzentrationslagern und Ghettos, mussten Zwangsarbeit leisten oder die Zeit in Verstecken verbringen.

Text und Foto: Georg Kripp für die Fachschaft Geschichte

Quelle des Zitats: Bischöfliches Ordinariat, Mainz

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