INPRAXI am GYMNO - Eltern stellen ihre Berufe vor

23. JAN 2019 08:00 - 09:00

Um Hilfestellung bei der Berufswahl ging es auch in diesem Jahr wieder bei der 8. Info-Veranstaltung INPRAXI des Schulelternbeirates am Gymnasium Nieder-Olm.

Schülerinnen und Schüler der Stufen zehn bis zwölf hatten an diesem Abend die Gelegenheit, sich mit Experten unterschiedlicher Berufsgruppen in lockerer Atmosphäre zu unterhalten. Die breit gefächerte Palette an Referenten, allesamt Eltern von GYMNO-Schülern, reichte von der Tierärztin, Hebamme und Polizistin über Softwareentwickler, Pilot, Steuerberater und Hoteldirektor bis hin zum Richter, Biologen, Berufssoldat und noch viele mehr.

„Uns ist es wichtig, den Schülern Berufe vorzustellen, für die sie ein Faible haben“, sagte SEB-Vorsitzende Anja Noky. Die Vorbereitungen beginnen daher schon sehr früh und der Aufwand ist nicht unerheblich. Aber es ist ein Einsatz, der sich lohnt, bekräftigte auch Schülersprecherin Lamice Kambouz. „Stellt so viele Fragen wie möglich! Ich hoffe, ihr könnt hier viel mitnehmen, ich konnte es immer. Vielleicht findet ihr sogar einen Praktikumsplatz“, sagte sie bei der Eröffnung vor mehr als 160 Schülern.

Den größten Zulauf hat seit Jahren der Vortrag über Psychotherapie. Dr. Silva Glindemann, psychologische Psychotherapeutin, erzählte den überwiegend weiblichen Zuhörern von ihrer Ausbildung und ihrer täglichen Arbeit in ihrer Praxis in Mainz. „Manchmal stellt sich während der Behandlung heraus, dass Patienten in der Schule Ausgrenzung erfahren haben und viele Jahre später an deren Folgen leiden“, erläuterte sie. Sie haben dann einen sogenannten inneren Kritiker im Kopf, der ihnen einflüstere, dass sie minderwertig seien. „Mit Hilfe von Rollenspielen versuchen wir, diesen inneren Kritiker auszuschalten.“ Aber auch gemeinsame Fahrten durch eine Waschanlage oder der Besuch eines Flughafens gehören zu ihren Aufgaben, um beispielsweise Angststörungen zu beheben.

Deutlich kleiner war der Teilnehmerkreis bei Michael Mann, Geschäftsführer des Mercure Hotels in Wiesbaden. Der Hotelbetriebswirt war dennoch begeistert von dem Interesse an seinem Beruf: „Mir ist ein kleiner Kreis, der mich mit Fragen löchert, lieber als eine große, aber zurückhaltende Zuhörerschaft.“

Der Leitende Oberarzt für Pathologie und Rechtsmedizin an der HSK Wiesbaden, Dr. Thorsten Fink, räumte zunächst mit einem Missverständnis auf: „Pathologie und Rechtsmedizin sind zwei getrennte Facharztausbildungen.“ Während in der Pathologie natürliche Todesursachen untersucht werden, handelt es sich in der Rechtsmedizin um ungeklärte Todesfälle. Voraussetzungen, um es in beiden Berufen weit zu bringen, sei es, keine Angst vor dicken Büchern zu haben, denn als Arzt müsse man sich ständig weiterbilden. Auch die Fähigkeit mit belastenden Situationen umgehen zu können, wenn es sich bei den Opfern zum Beispiel um Kinder handele, solle gut ausgeprägt sein. Aber als Profi lerne man mit der Zeit, Erlebtes nicht zu nahe an sich herantreten zu lassen: „Ich habe nie schlecht geträumt“, sagte er.

Für die kommenden INPRAXI-Ausgaben wollen die Organisatoren des SEB wieder ihre Ohren für die Wünsche der Schüler offenhalten, um ihnen auch in Zukunft die Berufswahl ein wenig zu erleichtern.

Text: Anuschka Weisener (SEB)

Fotos: Pirmin Maurer (SEB)/ BRE

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