Die Welt entdecken - Zu Besuch in Shanghai und Peking

21. APR 2017 Aktuelles

Die Welt entdecken, den Horizont erweitern, neue Erfahrungen sammeln und an ihnen wachsen

– das durften 14 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Nieder-Olm vom 23. März 2017 bis zum 8. April 2017 in den Weltstädten Peking und Schanghai erleben. Begleitet von Katja Meyer und Ernst Breuer als außerordentlich engagierte und fähige Betreuer wurde das Erlebnis „China“ ein Erfolg für alle Beteiligten. 
Der erste Teil unserer Reise führte uns nach Peking, anfängliche Nervosität war beim Anblick der gemütlichen Hotelzimmer sofort vergessen und man fühlte sich schnell pudelwohl in der 22-Millionen-Einwohner-Metropole.
Durch die schönsten Orte Pekings begleitete uns unsere Fremdenführerin „T.K.“, die uns mit spannenden Informationen zu vergangenen Dynastien und chinesischem Glauben versorgte und lange Busfahrten mit Geschichten aus ihrem eigenen Leben aufpeppte.
Gemütliche Restaurantabende, Selbstverpflegung in den Straßen Chinas sowie traditionelle Speisen in den Gastfamilien haben bewiesen, das chinesisches Essen weit mehr ist als nur Reis mit Hühnchen – nicht schlecht gestaunt wurde über exotisches Gemüse, süße Backwaren und bisher unbekannte Kombinationen von verschiedenen Geschmacksrichtungen.
Zu streng und geordnet erschien uns freizeitliebenden – und verwöhnten? – deutschen Besuchern der sehr reglementierte Tagesablauf der chinesischen Schülerinnen und Schüler, deren Schultag gegen 6.30 Uhr beginnt und häufig erst gegen 21 Uhr endet. Die Morgenzeremonie mit dem Hissen der chinesischen Flagge und anschließender Gymnastik wirkte zwar militärisch, lud aber auch zum Mitmachen ein und zauberte dem ein oder anderen ein Lächeln ins Gesicht.
Ein besonderes Erlebnis war die Zusammenkunft mit Studenten der Shanghai Normal University, zu der Professor Dr. Ke YU, ehemaliger Student an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, eingeladen hatte. Die Nieder-Olmer Schüler und die chinesischen Studenten hatten Kurzreferate vorbereitet, in denen sie zum Beispiel von traditionellen Gerichten und Festen ihres Heimatlandes berichteten. Nach dem gemeinsamen Tanzen zu Fastnachtsliedern inklusive Clownsnasen standen individuelle Campusführungen und das Mittagessen in der Universitätskantine auf dem Programm.
Die boomende Wirtschaft im Entwicklungsland China sorgt für den an jeder Ecke wahrnehmbaren Kontrast zwischen eindrucksvollen Bauten, wie beispielsweise den leuchtenden Türmen der berühmten Skyline von Schanghai, etlichen Einkaufsmeilen und modernsten Technologien und kleinen Vierteln mit Straßenmärkten. Bleibende Eindrücke hinterließen sowohl die U-Bahn-Fahrten im Feierabendverkehr als auch der Charme der malerischen Brücken und Flüsse in der Wasserstadt Nanxun. Eine Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst!
Durch neue Herausforderungen und tiefsinnige Gespräche am Frühstückstisch wurde aus einer Gruppe abenteuerlustiger Schüler ein Team, das selbst den Gefahren der brüchigen Treppen auf der Chinesischen Mauer trotzt. Man reichte sich die Hand und teilte den Traubenzucker, um sich später im Bus über die gemeinsame Leistung zu freuen. Verborgene Talente wurden entdeckt, als es darum ging, niedrige Preise beim Verhandeln mit teils höchst ambitionierten Verkäufern zu erzielen. Neue Freundschaften entstanden im Gedränge des Perlenmarktes in Peking, beim Dumpling-Kochworkshop oder am Abend im Hotelzimmer. Beim Abschied von den chinesischen Partnerinnen und Partnern vor dem Haupteingang der High-School flossen sogar kleine Tränchen – ein Ausdruck des gelungenen interkulturellen Austauschs. Hervorzuheben ist die besondere Gastfreundschaft der Partnerschule in Schanghai und der Familien der Austauschpartner, es wurde nichts unversucht gelassen, um unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Um uns ihre Kultur näher zu bringen, hatten die Gastgeber verschiedene Workshops vorbereitet, darunter chinesisches Ballett, traditionelles Papierschneiden und Aerobic. In den Familien wurden keine Kosten und Mühen gescheut, um die gemeinsame Zeit möglichst interessant und erlebnisreich zu gestalten, aufgrund der vielen Gastgeschenke kam es teilweise sogar zu Platzproblemen beim Kofferpacken.
„Können wir die Reise nicht einfach ein bisschen verlängern? Um 3 Monate vielleicht?“, fragte Sophie Wiswesser (11 BI1) lächelnd, als sich die zwei Wochen langsam dem Ende neigten. Hinter uns liegen interessante Einblicke in die chinesische Kultur vergangener Zeiten, kulinarische Höhepunkte und kulturelle Highlights, wie der weltberühmte Akrobatikzirkus in Schanghai oder das Künstlerviertel „798“, allesamt Erfahrungen, die keiner von uns missen möchte. Ganz besondere Erinnerungen aus dem „Land der Mitte“ nehmen wir mit in unsere Heimat, die plötzlich so klein und ruhig erscheint.

Text: Jolina Elster
Fotos: Katja Meyer und Ernst Breuer

 


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