Schüleraustausch mit der Yan'An High-School in Shanghai

20. MAI 2016 Aktuelles

Im Rahmen des Schüleraustauschs mit der Yan’An High-School in Shanghai reisten 14 Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums nach China. Knapp ein Jahr inhaltliche und organisatorische Vorbereitung war notwendig gewesen, um den Austausch realisieren zu können. Einige Schüler hatten sogar ihre ersten Sprachzertifikate in Chinesisch erfolgreich abgelegt.

(Foto: Die Nieder-Olmer Schülerinnen und Schüler vor dem Eingang zur verbotenen Stadt mit dem Bild von Mao Tse-tung

Nach ca. 11 – stündigem Flug von Frankfurt nach Shanghai und fast zwei Stunden Fahrt durch den dichten Verkehr zum Schulhotel der gastgebenden Yan’An High-School, waren alle Teilnehmer gespannt; aber doch auch nervös, als begann, Realität zu werden, worauf sich alle so lange gefreut hatten: das erste Wochenende in einer chinesischen Familie irgendwo in der 22 Millionen Einwohner zählenden asiatischen Metropole Shanghai, ca. 9000 km Luftlinie entfernt von Rheinhessen und in der Gewissheit, dass die übliche Kommunikation über das Internet in China nicht wie gewohnt funktionieren würde. "Herr Breuer, ich bin nervös!", gestand dann auch ein Schüler. Die chinesischen Eltern kümmerten sich wie erwartet sehr fürsorglich und nach der Rückkehr in die Schule am Sonntagabend gab es viel zu erzählen.

Ungewöhnlich anstrengend fanden die deutschen Schülerinnen und Schüler den sehr reglementierten Tagesablauf ihrer chinesischen Partner, deren Schultag früh Uhr beginnt und häufig erst gegen 21 Uhr mit der Fertigstellung der Aufgaben endet. Die übliche Morgenzeremonie mit dem Hissen der chinesischen Flagge und anschließender Morgengymnastik ( Aerobic) fand Nachahmung bei einigen deutschen Schülerinnen. Die Gastgeber hatten für ihre Gäste ein intensives Programm (Workshops zu chinesischem Ballett, Kunsthandwerk, Chinesisch) vorbereitet.

Außerhalb der Schule wurde Shanghai erkundet, wo insbesondere der Kontrast zwischen den eindrucksvollen Gebäuden wie dem Fernsehturm Pearl Tower gegenüber der berühmten Uferpromenade „The Bund“ und den alten Vierteln gleich in der Nähe zum Nachdenken anregte. Wirtschaftlich boomendes Asien und einfachste Lebensverhältnisse sind auf engstem Raum benachbart zu finden. Der Besuch des Shanghai-Museums sowie verschiedenen lokalen Märkten und Ausflüge z. B. zu der Wasserstadt Quibao ließen die Zeit wie im Flug vorbeigehen.

Mit Spannung erwarteten alle einen Tag an der Shanghai Normal University, zu dem Professor Dr. Ke YU, ehemaliger Student an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz, eingeladen hatte. Er forscht und lehrt jetzt dort als Professor für die Lehrerausbildung. PISA ist auch in Asien ein Thema, hat doch Shanghai bei einer der letzten PISA-Studien erste Plätze belegt, so Professor Ke YU. Die Nieder-Olmer Schülerinnen und Schüler und die chinesischen Studentinnen und Studenten trugen kurze Präsentationen vor (z. B.: "Deutsche Philosophen", "Ernährungstendenzen in Deutschland", "Why Chinese don't party!", "Importance of Guang Xi" ). Der Tag verlief in einer äußerst sympathischen Atmosphäre, so dass beide Seiten vereinbarten, in nachhaltigem Kontakt zu bleiben.

Nach fast 10 Tagen Aufenthalt in Shanghai hatten sich teilweise enge Freundschaften zwischen chinesischen und Nieder-Olmer Schülern gebildet, die sich bereits auf den Gegenbesuch der chinesischen Partner im August 2016 freuen. Für den letzten Teil des China-Abenteuers galt es jedoch Abschied zu nehmen, da die Reise nach Peking führte. In der Hauptstadt Chinas standen Ausflüge zur chinesischen Mauer auf dem Programm, zum Palast mit der verbotenen Stadt (Foto), zum Himmelstempel und zur Sommerresidenz des Kaisers.

Im von den beiden Betreuern Frau Meyer und Herrn Breuer organisierten Abendprogramm standen überraschende gastronomische, musikalische und gesellschaftliche Angebote auf dem Menü.

Voller neuer Eindrücke und mit einem realistischeren und differenzierteren Bild von China im Kopf ging es auf den Rückflug nach Frankfurt, wo die Familien die Chinareisenden und die beiden Begleiter sehr herzlich empfingen.

Für Interessenten sei bereits angekündigt, dass der Austausch mit China regelmäßig fortgeführt wird und dass es eine Chinesisch-AG an unserer Schule gibt, die am jeweils am Dienstag um 14 Uhr stattfindet.

Text und Foto: Ernst Breuer

Bericht in der Allgemeinen Zeitung 

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