Chinaaustausch GYMNO - Yan'an High School Shanghai 2018: Ein Reisebericht

25. OKT 2018 Aktuelles

Am 1. August stiegen wir, 11 Schülerinnen und 1 Schüler, mit unseren Begleitern (Frau Meyer und Herr Breuer) in den Flieger. Nächster Halt, Peking, Airport. 9 Stunden Flug. Unsere Lehrer hatten verständlicherweise einen Sitzplatz außer Hörweite gebucht, denn für uns war der Flug wie die wohl längste Busfahrt einer Klassenfahrt, die wir je hatten. Nach besagten neun Stunden Flug standen wir also am Flughafen Peking, gespannt und aufgeregt mit großen Augen und ganz viel Planlosigkeit.

In den zwei Wochen unserer Reise konnten wir sowohl Eindrücke aus Peking als später auch aus Shanghai gewinnen. Während des ersten Teils unsere Reise begleitete uns unser Reiseführer Johnny; er führte uns noch am Tag der Ankunft zum berühmten Sommerpalast, fuhr mit uns per Rikscha durch die Hutongs Pekings und ermöglichte uns eine private traditionelle Teestunde, wo uns Jasmintee angeboten wurde, der uns noch die ganze Reise begleiten würde.

Aber auch die folgenden Tage waren von Traditionen und chinesischer Kultur geprägt. Der Besuch der verbotenen Stadt, das Regierungsviertel und schließlich auch das Klischee schlechthin, ein Fake-Market. Auch wenn dieses Image von China längst veraltet ist, gibt es sie noch immer. 5 Stockwerke voller kleiner Läden, die uns sämtliche Verhandlungsstrategien abverlangten, was einige von uns besser beherrschten, andere schlechter. Man traf sich am Ende teilweise mit demselben Produkt im Bus wieder, jedoch zu unterschiedlichsten Preisen. Zum 10. Geburtstag des Chinaaustauschs zwischen GYMNO und Yan’an High School/Shanghai durften wir die Deutsche Botschaft in Peking besuchen, wo wir über die Aufgaben einer Botschaft und über die Vor- und Nachteile des Diplomatendaseins aufgeklärt wurden.

Im Kontrast zu dieser Seite Chinas stand die beeindruckende Wanderung auf der Chinesischen Mauer. Ein jahrhundertealtes Bauwerk, zusammengehalten von nicht Zement, sondern „sticky rice“- gekochtem klebrigen Reis, angemischt mit Wasser und tonnenweise zwischen das Gestein gespachtelt. Hier begleitete uns nicht nur unser Reiseführer sondern auch handgroße Gottesanbeterinnen, Raupen und… Ähnliches.

Nicht nur die Natur und Kultur beeindruckte uns, sondern auch die Menschen selbst, in den öffentlichen Tanz- und Sportparks, in denen gemeinsam und für jeden frei zugänglich an der frischen Luft an den kuriosesten Geräten Sport gemacht oder zu durcheinander klingender Musik in Gruppen getanzt und gesungen wird.

Mit dem Schnellzug fuhren wir von Peking gefühlt „einmal quer durch China“ nach Shanghai, dem Standort unserer Partnerschule. Wir trafen unsere Partnerschüler wieder, die wir bereits bei ihrem Besuch in Nieder-Olm kennengelernt hatten und verbrachten einige Tage im Internat, wo wir gastfreundlich und mit viel chinesischem Essen begrüßt wurden. Bis auf einen Tag aßen wir nie bei den Schülern, sondern in der Lehrerkantine. Wenn wir nicht gerade die Stadt erkundeten, in der Metro von 1 – 14 zählten, damit niemand verloren geht, oder Läden durchstöberten, begleiteten wir unsere Partnerschüler durch ihren Schulalltag. Dieser unterschied sich im Wesentlichen kaum von unserem. Die größte Ausnahme war hierbei wohl noch die Morning Ceremony, eine Versammlung aller Schüler und Lehrer, jeden Morgen vor Unterrichtsbeginn um 7 Uhr morgens. Alle tanzten gemeinsam, wärmten sich auf und auch uns wurde die Choreografie beigebracht. Das Flaggenhissen in Uniform, untermalt von Musik hatte eine enorm beeindruckende Wirkung.

Unsere Gruppe, welche mit der Zeit zu einem Team wurde, die Lehrer als Teil davon und auch unsere Austauschschüler, die uns am gemeinsamen Wochenende die spannendsten Unternehmungen ermöglichten, machten diese Reise so unvergesslich.

Anna Müller


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