Empfehlungen zum Einsatz von digitalen Endgeräten (DEG)

28. OKT 2020 Informationen

In diesem Artikel sammeln wir Anregungen zum Umgang mit digitalen Endgeräten (DEG) im Unterricht. Hier soll es aber weniger um Unterrichtsbeispiele, als vielmehr um einen generellen Umgang gehen. So möchten wir für alle Schülerinnen und Schüler, sowie Lehrerinnen und Lehrer einen entspannten und sinnvollen Umgang mit den neuen Geräten fördern.


Tipp 1: Alles können, nichts müssen!
Alle Punkte hier sind als freie Empfehlungen zu verstehen: Nehmen Sie mit, was interessant erscheint und lassen Sie den Rest einfach stehen. Das ist generell auch eine gute Herangehensweise im Unterricht. Probieren Sie aus, was Ihnen sinnvoll erscheint und wie Sie das Tablet gut einsetzen können! Versuchen Sie nicht Ergebnisse zu erzwingen.
So könnten Sie zum Beispiel das Tablet zunächst ausschließlich zur Präsentation bzw. Arbeit im Unterricht nutzen. Eine Planung z.B. über OneNote ist hier noch gar nicht notwendig und kann auch über den PC oder handschriftlich erfolgen. So können Sie im Unterricht zunächst Materialien über das Tablet präsentieren bzw. bearbeiten oder z.B. Hausaufgaben oder Arbeitsaufträge von Schülerinnen und Schülern über das Smartboard oder Air Drop präsentieren lassen. Tasten Sie sich sukzessive an das Arbeiten mit dem Tablet heran und schauen Sie in Ruhe, was Sie wo und wie einsetzen können und möchten!


Tipp 2: Ein Schritt nach dem anderen!
"Ich schreibe nur noch mit OneNote, nutze den Classroom-Manager und das Kursnotizbuch .. und bin frustriert weil es so viel ist und irgendwie nicht richtig ...." Bei Lehrerinnen und Lehren wird gefühlt erwartet, dass sie von Stift und Papier in wenigen Wochen auf eine vollständig digitale Schule umzustellen

  • Versuchen Sie das nicht an einem Tag!
  • Starten Sie Schritt für Schritt und App und App.
  • Führen Sie als Lehrkraft das Tablet langsam und schrittweise ein.
  • Starten Sie in Punkten, mit denen Sie sich sicher fühlen. Beginnen Sie zum Beispiel gezielt mit einer App wie Teams mit einem Projektcharakter, z.B. könnten Sie sich erst mit Teams vertraut machen und sobald Sie sich hier sicher fühlen zur nächsten App weiter gehen.

Als Schülerin und Schüler sollten Sie sich auf einen sinnvollen Einsatz konzentrieren: So ist es z.B. nicht ratsam dauernd mit dem Tablet zu schreiben, wenn Sie mir Stift und Papier deutlich schneller sind. Wägen Sie hier sinnvoll ab und lassen Sie auch ganz bewusst Dinge weg.


Tipp 3: Teams & Co als Entlastung und Gedankenstütze.
Teilen Sie doch mal über Teams mit, welche Hausaufgabe gestellt ist. Die Schülerinnen und Schüler können dann einfach nachschauen und die Eltern könnten bei jüngeren Schülerinnen und Schülern einsehen, wann ihre Kinder mit dem Tablet arbeiten sollen. Abwesende Schüler hätten einen guten Überblick über den behandelten Stoff. Diese Aufgabe kann auch an einen oder mehrere Verantwortliche in der Klasse delegiert werden. Hier können sich Schüler_innen und Lehrer_innen auch einmal zusammen setzen - oft gibt es schon viele interessante Apps, die von den Schüler_innen bereits genutzt werden. Hier kann es hilfreich sein zwischen Verbreitung (z.B. bereits genutzte App in der Klasse) und Einheitlichkeit (alle haben Teams und Zugang dazu) abzuwägen.


Tipp 4: Klare Absprachen formulieren und der Klasse transparent machen.
Formulieren Sie als Lehrkraft und für die Schülerinnen und Schüler klare Regeln zum Umgang mit den Geräten: Die Lehrkraft entscheidet immer, wann und wie diese zum Einsatz kommen. Machen Sie z.B. durchaus transparent:

  • ob die Schülerinnen und Schüler ihre Leistungen auch über das Tablet (und damit Teams) abgeben dürfen ...
  • ...oder ob Sie weiterhin Hefte o. Ä. fordern,
  • ob im Unterricht grundsätzlich mit dem Tablet mitgeschrieben werden darf,
  • ob z.B. die Tablets immer zu Unterrichtsbeginn geschlossen auf dem Tisch liegen sollen,
  • AirDrop zu Beginn der Stunde immer auf "Empfangen aus" steht. (So kann das schnelle Senden von Lösungen verhindert werden, was vor allem in Tests Missverständnissen vorbeugt.)
  • ... (gerne nehmen wir hier als Digitalteam Punkte und Ideen mit auf!)


Tipp 5: Tablets legen statt stellen.
Gerade am Anfang bergen die Tablets natürlich den Reiz des Neuen und wecken so den natürlichen Spieltrieb der Nutzer. Damit die Geräte nicht zu stark vom Unterricht ablenken, kann es hilfreich sein, diese einfach nur auf den Tisch zu legen (statt den Standfuß zu benutzen). So kann die Lehrkraft immer einsehen, was dort so gerade passiert und man kann sich nicht dahinter "verstecken".


Tipp 6: Betrachten Sie die Tablets als gemeinsame Erfahrung.
Viele Schülerinnen und Schüler sind extrem fit im Einsatz der Geräte - aber nicht alle verfügen über ein umfassendes Wissen in diesem Gebiet. Genauso geht es vielen Unterichtenden. Versuchen Sie hier von den Stärken des jeweils anderen zu profitieren, wie Sie es auch im normalen Unterricht tun würden. Nutzen Sie das Wissen der Gruppe und schaffen Sie in Ihrem Unterricht Raum, in dem Sie sich regelmäßig neue Programme und Ansätze vorstellen können.


Tipp 7: Nutzen Sie die Classroom-App.
Sie möchten sich die Organisation mit den Tablets im Unterricht erleichtern? Eine Möglichkeit bietet die App „classroom“. Hier können Sie - ähnlich wie im Rahmen der „Schulkonsole“ im Computerraum - Zugriffsmöglichkeiten der Schüler einschränken und freigeben. Dazu müssen Sie nur ihre Klasse / ihren Kurs in der App anlegen. Lassen Sie sich einen 4-stelligen Code erstellen, mit dem die Schülerinnen und Schüler beitreten. Schon können Sie ihre Klasse verwalten. Und: Dazu brauchen die Schülerinnen und Schüler nicht mal die App „classroom“. Sie sind ab sofort in ihrer virtuellen Klasse. Vertrauen Sie ihren Schülerinnen und Schülern, dass sie tatsächlich im Unterricht an ihren Aufgaben arbeiten. Nutzen Sie aber die Möglichkeiten der App, falls Ihnen dies erforderlich erscheint.


Tipp 8: Schaffen Sie gemeinsame Strukturen
Zu Beginn eines Schuljahres sollten Sie (gerade mit neuen Klassen) gemeinsame Strukturen festlegen. So hilft ein Kanal für jedes Fach mit der Kommunikation, wenn man nicht einzelne Teams anlegen möchte. Das Team der Begys-Projektklasse hat positive Erfahrungen mit folgendem Vorgehen:

  1. Legen Sie zunächst Ordner für einzelne Fächer in OneDrive an, damit die Schüler_innen dort ihre Dateien (z.B. Hausaufgaben) speichern können.
  2. Die Dateien können dann z.B. später in Teams als Aufgaben hochgeladen werden.
  3. Aufgaben und Lösungen der Lehrer_innen (die z.B. per Airdrop / Teams / Laufwerk T / ... bereit gestellt wurden) können dort ebenfalls geordnet abgelegt werden.

Das erleichtert die Übersichtlichkeit und schafft eine gemeinsame Plattform. Sie können sich z.B. mit dem Klassen-Team und allen Schüler_innen auf dieses Vorgehen verständigen. Hier kann man auch mit verschiedenen Plattformen (Tablet / Windows / Mac / Android-Phone / Browser ... ) arbeiten und z.B. im Computerraum mit Tablet, Handy und PC das Prinzip der Cloud verständlich machen. So wird jedem schnell klar, dass er / sie nicht an ein Gerät gebunden ist, sondern von überall und immer auf alle Daten zugreifen kann.

 

Diese Liste befindet sich gerade in der Erarbeitung und ist noch etwas unsortiert und roh. In den kommenden Tagen werden wir Sie mit den bisherigen Erfahrungen anreichern und erweitern.

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